Bibelstellen, in denen Weihrauch erwähnt wird hier>>

Gut riechen, heilen und „dicke Luft“

Der Weihrauch und seine vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten
Weihrauch

Duftwolke

Werden geeignete Harze auf glühende Kohlen gestreut, steigen in einer Rauchwolke Düfte auf. Weihrauch bezeichnet einmal ein brennbares weißliches, gelbes oder graues Harz. Es wird von Blättern der Boswella-Bäume ausgeschieden oder aus den angeritzten Baumstämmen gewonnen. Zum anderen ist der aromatische Duft gemeint. Weihrauchbäume wachsen in Südarabien, im Jemen und auch in Indien. In den alten Mittelmeerkulturen war das Bedürfnis nach Duft weit verbreitet. Auf der Weihrauchstrasse vom südlichen Arabien aus und durch den Jemen (Arabia felix) florierte der Handel bis nach Rom. Der Weihrauch, der in den Kirchen verwendet wird, ist sehr unterschiedlich in seiner Zusammensetzung. „Paradies“, „Gloria“, „Lucas ad laetitiam”, “mattheus ad sapientiam”, “marcus ad purificationem” oder “Johannes ad meditationem”, sind Namen von unterschiedlichen Weihrauchmischungen.

Weihrauch

Wenn die Stadt nach Himmel duftet

Weihrauch ist ein ganz besonderer Stoff. Er besteht aus dem Harz des Weihrauchbaumes. Die Erhitzung dieses Harzes setzt ätherische Öle frei, deren Duft den gesamten Kirchenraum erfüllt: In der Verbreitung des Duftes wird die Allgegenwart Gottes sinnlich erfahrbar. Und doch lässt Gott sich so wenig dingfest machen, wie der Duft des Weihrauches. Die Verwendung von Weihrauch symbolisiert gerade deshalb die Präsenz des Göttlichen, die doch vom Menschen selbst nicht künstlich hergestellt werden kann. Wie sehr sich die Gegenwart Gottes durch den Weihrauch mitteilt, kann man immer wieder in Wuppertal erfahren. Im Advent präsentiert die Katholische Citykirche Wuppertal auf den Straßen und Plätzen der Stadt schon seit einigen Jahren eine Weihrauchausstellung, bei der nicht nur über 50 verschiedene Weihrauchsorten gezeigt, sondern auch probiert werden können. Innerhalb kürzester Zeit duften die Plätze dann nach Weihrauch. Nicht wenige suchen die Ursache für dieses ganz besonderen Aromas, das man doch in einer Stadt nicht erwartet. Und im Ausprobieren und Erklären des Weihrauch wird auch manches andere zur Sprache gebracht, das im Weihrauch zu Gott empor getragen wird. Ähnlich heißt es ja im 141. Psalm: „Wie ein Rauchopfer steige mein Gebet vor dir auf.“ (Ps 141,2) So wird durch den Weihrauch ein Gerücht zur Gewissheit: Gott ist in der Stadt!

Weihrauch

Droge und Umweltbelastung

Kann Weihrauch eine Droge sein? Ja, er kann. Bei Krankheiten ist er zwar eine gute Medizin, hilft, Wunden zu heilen und Blutfluss zu stoppen. Doch für Gesunde kann er unter Umständen gefährlich werden. Gemeint ist der Stoff „Incensol“, der im Weihrauchharz zu knapp drei Prozent beinhaltet ist. Beim Einatmen reduziert er das Gefühl von Angst oder Depressionen. Durch den Geruch des Rauches werden nämlich Ionenkanäle im Gehirn aktiviert, die dieses Gefühl der Beschwichtigung und Beruhigung hervorrufen. Doch diese Reaktion wird nicht, wie oft behauptet, vom Weihrauch hervorgerufen, der in der Kirche verwendet wird. Verantwortlich dafür ist das Harz aus der Frucht der Weihrauchpflanze, auch genannt ‚Calamus Draco’. Keine Untersuchung hat belegt, dass der Weihrauch, der in der Kirche verwandt wird, suchterzeugend oder hypnotisierend sei. Anders verhält es sich mit der „Umweltbelastung“ durch das Verbrennen von Weihrauch. Der Rauch enthält – genauso wie Tabakrauch und Abgase – den krebserregenden Stoff Benzopyren. Herrscht also nach einem feierlichen Hochamt „dicke Luft“ in der Kirche, zumal wenn auch noch viele Kerzen brennen und rußen, dann sollte das Gebäude gründlich gelüftet werden. So kann die Konzentration von Feinstaub sehr schnell wieder reduziert werden.

Weihrauch

Heilmittel und Kosmetika

Weihrauch erlebt eine Renaissance – als Heilmittel in der Naturheilkunde. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts fand man den Gebrauch und Nutzen von „Boswellia serrata“ – indischer Weihrauch – noch in europäischen Pharmaziebüchern. Er wurde innerlich und äußerlich vor allem bei rheumatischen Erkrankungen angewendet. Mit dem Einzug der chemisch hergestellten Medikamente geriet das Harz des Weihrauchbaumes jedoch in Vergessenheit. Heute erinnert man sich wieder daran. Nicht zuletzt weil der Weihrauch über die Beschäftigung mit orientalischem und fernöstlichem Heilwissen wieder ins Bewusstsein rückt. Der in der Apotheke verkaufte Weihrauch heißt „Olibanum“. Die nachgewiesene Heilwirkung beruht vor allem auf den darin enthaltenen entzündungshemmenden Wirkstoff Acetyl-11-keto-b-Boswellia-Säure (AKBA). In der Medizin ist Olibanum ein Bestandteil von Salben gegen eine Vielzahl von Hautproblemen und Hauterkrankungen. Aber auch bei Erkältungskrankheiten, Harnwegsinfektionen, Gicht und Rheuma wird es verwendet. In der Aromatherapie braucht man Weihrauch zur Linderung von Angstzuständen. In der Kosmetik nutzt man vor allem das ätherische Öl, das mittels Destillation aus dem Weihrauch Harz gewonnen wird. Es hat einen balsamischen und süßen Duft. Die Öle werden in der Parfumherstellung und bei anderen Kosmetikprodukten, beispielsweise in Anti-Falten-Cremes, verarbeitet.

  • | Krippenbau |
  • Offene Kirchen |
  • Adventskalender |
  • Weihnachtsgottesdienste |